Notabfischen infolge Wassermangels

 

Auf dem Gebiet der Gemeinde Sennwald mussten am Freitag den 2.6.2017 und am Samstag den 3.6.2017 bereits erste Kiessämmler und deren Überläufe abgefischt werden. Trotz Regenfällen und Gewittern hatten der Mülbach, Farbbach und Rofisbach, welche die Kiessämmler mit genügend Wasser beliefern sollten, kein oder eine zu geringe Restwassermenge. Dadurch erwärmte sich das Wasser so sehr, dass die Fische an der Oberfläche nach Sauerstoff rangen. Durch Kontrollen an den Gewässern und dem Einsatz der Technischen Gruppe konnten über tausend Fische, darunter Alet, Elritzen, Schmerlen, Grundeln und vereinzelte Forellen in intakte Gewässer übersiedelt werden. Wir bitten alle Personen die sich an einem Gewässer befinden und ein Problem feststellen, dies sofort zu melden. Bei frühzeitiger Meldung kann mit eingeleiteten Sofortmassnahmen oft ein Fischsterben verhindert werden. Ansprechpartner sind die Präsidentin, der Technische Leiter oder der Zuständige für den Gewässerschutz. 

 

Fischzucht

Fischzucht Böschengiessen

  

Der Fischereiverein Werdenberg betreibt am naturnahen Böschengiessen eine eigene, von Fachstellen anerkannte Aufzuchtanlage für einheimische Äschen und Bachforellen. Die gesamte Anlage wird mit Bachwasser aus dem "Böschni" versorgt und besteht aus je sechs Rundstrombecken und Hälterungsgräben mit ca. 170 m3 Wasservolumen.
Die durchschnittlichen Wasserparameter sind: +13°C, pH 7.9, 8.7 mg/l O2.

 

In der Brutanlage werden die Fische in „Zugergläser“ und Langstrombecken bis zum Streckling aufgezogen. Auch die Brutanlage wird mit Bachwasser betrieben. Somit müssen sich die Strecklinge beim umsetzen in die Rundstrombecken nicht an andere Wasserparameter anpassen (Stressvermeidung). Die Betreuung der Brut und Aufzuchtanlage untersteht dem Leiter Fischzucht und Anlage Obmann.
Eine Mannschaft von ca. 18 meist pensionierten Vereinsmitgliedern, welche wochenweise im Einsatz sind, teilen sich den enormen Arbeitsaufwand (FRONDIENST). In Zusammenarbeit mit den kantonalen Ämter ANJF und AVSV SG sowie dem Fish Doc kann für einwandfreie Besatzfische garantiert werden.

   

 

Die Äsche (Thymallus thymallus)

Zur Rettung der einheimischen Äsche wurde der Werdenberger Binnenkanal zum Äschengewässer von Schweizerisch nationaler Bedeutung erklärt.
In der Schweiz gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine zuverlässigen Äschenzüchter. Dies war der Anlass für den Fischereiverein Werdenberg, die Fischzuchtanlage auf Äschenzucht umzustellen. Mit viel Ehrgeiz, Fachliteratur, Schulungsreisen und Durchhaltewillen sind wir heute einer der wenigen erfolgreichen Äschenzüchter mit Muttertierhaltung in der Schweiz. 

aesche

Unsere Muttertiere sind drei- bis sechsjährig. Damit der Muttertierbestand konstant bleibt, wird dieser jährlich mit Jungäschen aus der Brutanlage ergänzt. Diese stammen aus Eiern von Wildfängen aus unseren Vereinsgewässern. Somit wird immer eine genetische Auffrischung des Mutterstamms garantiert.
Priorität hat unser vereinsinterner Äschenbesatzplan. Mit den übrigen Äschensömmerlingen können wir auch unsere Nachbarvereine und das ANJF SG mit einheimischen Alpenrhein- und Binnenkanaläschen versorgen. Im Durchschnitt werden pro Jahr rund 30'000 Stück Sömmerlinge verkauft. Die Eiauflage sind 60'-100'000 Stück.

 

 

Die Bachforelle (Salmo trutta forma fario)

Im Auftrag des ANJF SG hältern wir in unserer Anlage Bachforellen-Muttertiere, die von Wildfängen aus Bergbachgewässer stammen. Die gewonnenen Eier werden in der kantonalen Fischzucht aufgelegt und aufgezogen. Die rheintaler Fischereivereine können so regional angepasste Bachforellenbrut oder Sömmerlinge vom Kanton beziehen.

bachforelle

 

 

Christian Schwendener
Gewässerschutz

079 611 24 13 

 

Marcel Göldi
Fischzucht

079 404 61 18 

Amt für Natur, Jagd und Fischerei, Davidstrasse 35, 9001 St.Gallen, Telefon: +41 (0)58 229 39 53, Hompage

Frau Dr. Ilka Schumacher, kant. Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen AVSV SG

Anfahrtsweg zur Aufzuchtanlage Böschengiessen:

 Böschengiessen 2

 

 

 

Fischereiverein Werdenberg seit 1895

122 Jahre im Dienste der Natur

Der Fischereiverein Werdenberg besteht seit 1895 und zählt derzeit knapp 300 Aktiv-, Passivmitglieder und Jungfischer. Die fischereilichen Anliegen haben sich in diesen 122 Jahren gewaltig gewandelt und von der Sportfischerei in Richtung Überlebenshilfe für die einheimische Fischfauna verlagert.

Mehrere tausend Arbeitsstunden wenden die Mitglieder jährlich für den Verein auf. Für geplante und spontane Arbeitseinsätze kann der Leiter technischen Gruppe Unterhalt auf ein 30 Mann starkes Team zurückgreifen. Zu den Tätigkeiten zählen u.a. das regelmässige Abfischen und Besetzen der Aufzuchtgewässer gemäss Bewirtschaftungsplan, der Laichfischfang, die Bewirtschaftung der Vereinsgewässer sowie die Gewässeraufsicht. Bei besonderen Angelegenheiten z.B. der Abnahme von Grundwasserabsenkungen bei Baustellen sowie Bauarbeiten in und an den Gewässern, werden die Gemeinden und der kantonale Fischereiaufseher durch den Gewässerschutzbeauftragten des Vereins unterstützt.

Förderung der gefährdeten Äsche

Der Fischereiverein betreibt eine von Fachstellen geschätzte und anerkannte Aufzuchtanlage zur Förderung der einheimischen und mittlerweile europaweit gefährdeten Äsche. Nach dem Streifen der Elterntiere aus dem eigenen Muttertierstamm sowie aus Wildfängen werden die Fische in Zugergläser und Langstrombecken bis zu Strecklingen aufgezogen. Den enormen Arbeitsaufwand für die Betreuung der Brut und der gesamten Aufzuchtanlage teilen sich ca. 20 Vereinsmitglieder.

Seit 1998 können Jungfischer an einem speziell auf sie abgestimmten Ausbildungsprogramm teilnehmen. Neben der betreuten Ausübung der Fischerei werden sie dabei u.a. mit den Themen Natur- und Gewässerschutz, Gewässerkunde und Fischfauna vertraut gemacht und bereiten sich auf den Sachkundenachweis vor. In den vergangenen Jahren wurden im Verein über 80 Jungfischer ausgebildet.

In der engen Zusammenarbeit mit der Region Werdenberg, weiteren naturverbundenen Vereinen sowie kantonalen Fachstellen sieht der Fischereiverein Werdenberg eine Chance für die Erhaltung der einheimischen Fischfauna in den Vereinsgewässern. Durch Beharrlichkeit zur Förderung und Mitsprache bei der Planung und Ausführung von Revitalisierungen sowie Strukturverbesserungen in den Gewässern kann der Verein auf erfolgreiche Jahre zurück blicken.

 

Mai 2017