Anlässlich
der kürzlich durchgeführten Hauptversammlung 2007 des Fischereivereins
Werdenberg in Buchs sprach Präsident Herbert Ertl nebst erreichten
Zielen auch Probleme an. Im Alleingang könne nicht alles Wichtige bewegt
werden.
Von Paul Schawalder
Nicht nur mit dem
Programm «pro Natur, pro Gewässer, pro Fisch» hat der Fischereiverein
Werdenberg mit seinem innovativen Präsidenten Herbert Ertl
Fischereigeschichte geschrieben – auch in Sachen Fischzucht,
Jugendfischerei, Gemeindekontakte, Revitalisierungen und Vereinsführung
nimmt der Verein eine Vorreiterrolle ein. Doch Ertl gibt sich noch nicht
zufrieden: «Bei den Gemeinden gibt es offenbar Ermüdungserscheinungen,
denn die Wahrnehmung einer rücksichtsvollen Pflege von Bächen zwischen
Sevelen und Sennwald lässt in einzelnen Gemeinden nach.»
Ertl
weiss, dass immer wieder an Vorgaben zugunsten des Lebensraumes für
Wassertiere gearbeitet werden muss. Der Erfolg gibt dem Verein Recht. Es
hat sich gezeigt, dass die oberen Gewässer in Werdenberg die Fisch-
Kinderstube für das ganze Rheintal sind, wie der Präsident in seinem
Bericht erwähnte. Seit drei Jahren nämlich sei die Bachforelle im
Werdenberger Binnenkanal nach den Revitalisierungen wieder nachweisbar.
Deshalb müsse sich eine Fischerlobby erst recht mit dem Erhalt der
einheimischen, funktionierenden Fischpopulation einsetzen, sagte Ertl.
«Wir sind nur stark, wenn wir uns mit gleichgesinnten Nachbarvereinen
zusammentun. »
«Mörtel» muss
ersetzt werden
Was die von den Fischern gemäss Herbert Ertl
oft kritisierten Verbände nur schlecht tun oder eben nicht tun, können
die einzelnen Vereinsvorstände ausgleichen. In diesem Sinne sei jeder
organisierte Fischer ein Baustein und die Vorstände bildeten die
Grundmauern für ein solides Gebäude der Zukunft. Nur der Mörtel, der die
Bausteine zusammenhalte, müsse durch zeitgemässe Baustoffe ersetzt
werden, sagt Ertl in seinem Jahresbericht. Solche stabilen
Grundbausteine ergeben auch die Grundlage und die Voraussetzungen für
eine zukünftige Fischerlobby. Diese wiederum müsse die Bevölkerung
snsibilisieren, müsse Führungen organisieren, funktionskontrollierte
Revitalisierungen veranlassen sowie die Lebensräume einheimischer Fische
fördern. Was das Werdenberg betreffe, hätten zu diesem Zweck bereits
erste Treffen stattgefunden und es seien erste Ziele formuliert worden:
Gemeinsamer Fischertag, gemeinsame Jugendausbildung und Kooperation in
der Fischzucht.
Gegen zuviele
fischfressende Vögel
Am Rande der Versammlung konnten die
Mitglieder eine Petition des Schweizerischen Fischerei-Verbandes
unterschreiben. Die Bundesgesetzgebung soll dahin abgeändert werden,
dass die Kantone rasch wirksame Massnahmen zur dauerhaften Begrenzung
der Bestände fischfressender Vögel wie Kormorane, Gänsesäger und
Graureiher ergreifen können. Dies soll im Interesse des Schutzes
gefährdeter Fischarten geschehen. Aber auch die Entschädigung für
Schäden will der Verband im Gesetz verankert wissen. Präsident Herbert
Ertl hat, wie an dieser Versammlung üblich, die treuen und motivierten
Mitglieder des Vereins geehrt. Er versicherte, dass die grossartige
Mitarbeit der Mitglieder, insbesonders im Frondienst, die anerkannten
Leistungen des Vereins erst ermöglichen.