Zusammenarbeit mit FV Liechtenstein

Den Fischen spielt es keine Rolle in welchem Land sie sich bewegen. So soll es auch mit unserem Fachwissen sein, das die Erhaltung und die Verbesserung der Lebensumstände der Fische ermöglicht. Der FV Liechtenstein und der FV Werdenberg werden zukünftig in verschiedenen Anliegen beider Vereine zusammenarbeiten. So steht ein aktiver Austausch über die Zucht von Äschen und Bachforellen, Renaturierung und anderem im Mittelpunkt.

Ein weiteres attraktives Angebot für unsere Vereinsfischer ist die Möglichkeit der Teilnahme an diversen Kursangeboten des FV Liechtensteins. Informationen dazu findet man auf der Webseite: fischen.li

Fischen am Voralpsee 2008

Es besteht kein Zweifel – der Voralpsee, zwischen Toggenburg und Rheintal gelegen, gilt als Perle der Natur. Der 15 Hektar grosse See auf 1123 Metern über Meer entstand vor geraumer Zeit dank eines grossen Bergsturzes. So ist auch ein oberirdischer Abfluss nicht auszumachen. An seinem Ufer lässt sich wunderbar spielen, picknicken und vorallem auch fischen – mit Fischerbrevet und Tageskarte.

Ruhepause zahlt sich nun aus
Nachdem in den letzten 3 Jahren der See mit seinen prächtigen Regenbogenforellen nur noch den Vereinsmitgliedern des Fischereivereins Werdenberg (FVW) offen stand, können dieses Jahr wiederum Tages- und Wochenkarten von jedem Fischer mit Fischerbrevet bezogen werden. Diese "Fischerpause" wurde genutzt, um eine neue Fischart heimisch zu machen – den Seesaibling. Dieser Fisch besitzt die Fähigkeit, den Winter im See zu überdauern und sich somit selbst zu verlaichen. Die Nachhaltigkeit dieser natürlichen Fortpflanzung und die Erhaltung des Seesaibling-Stamms im Voralpsee ist der Kern dieses mehrjährigen Projekts des FVW.

Neue Herauforderung – erweitertes Angebot
Der Seesaibling stellt für die Fischer eine neue Herausforderung dar. So ist er schwerer befischbar und schnappt vorsichtiger nach dem Köder als verwandte Artgenossen wie die Regenbogenforelle. Er hält sich gerne im tieferen Wasser auf und ernährt sich von Larven, Insekten sowie von kleinen Fischen wie Elritzen. Ein Versuch mit tief gestelltem Zapfen oder einer Montage auf Grund wird dem einen oder anderen Fischer Erfolg bringen. Kleinere Schuppen und ein weisser Vorderrand von Bauchflosse und Afterflosse, sowie die grössere Maulspalte lassen ihn einfach von den Forellen unterscheiden. Er erreicht ein Mass zwischen 40 und 75 cm. Um die Nachhaltigkeit zu unterstützen werden pro Jahr ca. 5'000 junge Seesaiblinge eingesetzt. Zudem wird man auch den Besatz von Regenbogenforellen weiterführen und zusätzlich die Vielfalt der fängigen Fische mit Bachforellen (beide ab 28 cm) erweitern.

Das Fischen am Voralpsee bietet neben einer prächtigen Natur auch viel Erholung und Herausforderung.

Renaturierung Insel/Böschengiessen in Sevelen

In der letzten Juli-Woche 2008 konnte ein Teil des Böschengiessen von Schlamm und Müll befreit werden. In Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde Sevelen und Förster Peter Benz, konnten Aenderungen an der Fliessgeschwindigkeit und der Struktur des Baches ausgeführt werden. Es entstanden neue Kiesbänke und Unterstände für Fische und andere Lebewesen.

Obmann für Revitalisierungen FVW, Christian Schwendener, bedankt sich bei der Firma Dutler Bau und der Ortsgemeinde Sevelen für die gute Zusammenarbeit.

«Fischer brauchen eine Lobby»

Anlässlich der kürzlich durchgeführten Hauptversammlung 2007 des Fischereivereins Werdenberg in Buchs sprach Präsident Herbert Ertl nebst erreichten Zielen auch Probleme an. Im Alleingang könne nicht alles Wichtige bewegt werden.

Von Paul Schawalder

Nicht nur mit dem Programm «pro Natur, pro Gewässer, pro Fisch» hat der Fischereiverein Werdenberg mit seinem innovativen Präsidenten Herbert Ertl Fischereigeschichte geschrieben – auch in Sachen Fischzucht, Jugendfischerei, Gemeindekontakte, Revitalisierungen und Vereinsführung nimmt der Verein eine Vorreiterrolle ein. Doch Ertl gibt sich noch nicht zufrieden: «Bei den Gemeinden gibt es offenbar Ermüdungserscheinungen, denn die Wahrnehmung einer rücksichtsvollen Pflege von Bächen zwischen Sevelen und Sennwald lässt in einzelnen Gemeinden nach.»

Ertl weiss, dass immer wieder an Vorgaben zugunsten des Lebensraumes für Wassertiere gearbeitet werden muss. Der Erfolg gibt dem Verein Recht. Es hat sich gezeigt, dass die oberen Gewässer in Werdenberg die Fisch- Kinderstube für das ganze Rheintal sind, wie der Präsident in seinem Bericht erwähnte. Seit drei Jahren nämlich sei die Bachforelle im Werdenberger Binnenkanal nach den Revitalisierungen wieder nachweisbar. Deshalb müsse sich eine Fischerlobby erst recht mit dem Erhalt der einheimischen, funktionierenden Fischpopulation einsetzen, sagte Ertl. «Wir sind nur stark, wenn wir uns mit gleichgesinnten Nachbarvereinen zusammentun. »

«Mörtel» muss ersetzt werden
Was die von den Fischern gemäss Herbert Ertl oft kritisierten Verbände nur schlecht tun oder eben nicht tun, können die einzelnen Vereinsvorstände ausgleichen. In diesem Sinne sei jeder organisierte Fischer ein Baustein und die Vorstände bildeten die Grundmauern für ein solides Gebäude der Zukunft. Nur der Mörtel, der die Bausteine zusammenhalte, müsse durch zeitgemässe Baustoffe ersetzt werden, sagt Ertl in seinem Jahresbericht. Solche stabilen Grundbausteine ergeben auch die Grundlage und die Voraussetzungen für eine zukünftige Fischerlobby. Diese wiederum müsse die Bevölkerung snsibilisieren, müsse Führungen organisieren, funktionskontrollierte Revitalisierungen veranlassen sowie die Lebensräume einheimischer Fische fördern. Was das Werdenberg betreffe, hätten zu diesem Zweck bereits erste Treffen stattgefunden und es seien erste Ziele formuliert worden: Gemeinsamer Fischertag, gemeinsame Jugendausbildung und Kooperation in der Fischzucht.

Gegen zuviele fischfressende Vögel
Am Rande der Versammlung konnten die Mitglieder eine Petition des Schweizerischen Fischerei-Verbandes unterschreiben. Die Bundesgesetzgebung soll dahin abgeändert werden, dass die Kantone rasch wirksame Massnahmen zur dauerhaften Begrenzung der Bestände fischfressender Vögel wie Kormorane, Gänsesäger und Graureiher ergreifen können. Dies soll im Interesse des Schutzes gefährdeter Fischarten geschehen. Aber auch die Entschädigung für Schäden will der Verband im Gesetz verankert wissen. Präsident Herbert Ertl hat, wie an dieser Versammlung üblich, die treuen und motivierten Mitglieder des Vereins geehrt. Er versicherte, dass die grossartige Mitarbeit der Mitglieder, insbesonders im Frondienst, die anerkannten Leistungen des Vereins erst ermöglichen.

Mehr Raum, mehr Schutz

Warum treten plötzlich so viele Flüsse über die Ufer?
MARKUS HOSTMANN: Wir haben in der Vergangenheit den Flüssen ein Korsett verpasst und bis an ihre Ufer gebaut. Jetzt werden offenbar die Unwetter immer intensiver und es zeigt sich, dass Flüsse mit Mauern nicht zu bändigen sind.

Was bringt der nachhaltige Hochwasserschutz?
Lassen Sie es mich am Beispiel der Engelberger Aa erklären. Dort wurde man just vor dem letztjährigen Hochwasser mit Aufweitungen, Dammverstärkungen und Hochwasserentlastungsräumen fertig. Diese Massnahmen kosteten 26 Millionen Franken, die verhinderten Schäden beliefen sich auf weit über 100 Millionen Franken.

Ausweitungen bedeuten Landverlust – Renaturierung auf Kosten der Bauern?
Nein. In den mir bekannten Fällen haben die Landwirte immer Realersatz erhalten. Ausserdem werden die an die Aufweitung anschliessenden Gebiete wirtschaftlich aufgewertet, weil man sie ohne Angst nutzen kann.

Wie viel Land wird in der Schweiz für die Renaturierung benötigt?
Das hat noch niemand berechnet. Sicher ist aber: Ein Fluss, dem man Raum lässt, richtet weniger Schaden an.

Immer stärkere Gewitter und intensivere Regenfälle – würde man nicht gescheiter ganz hohe Dämme bauen?
Die Erfahrungen zeigen, dass Dämme alleine keinen Schutz bieten. Sie geben nur die Gefahr an die Unterlieger weiter – also dorthin, wo keine Dämme sind. Ausserdem sind Dämme naturfeindlich. Wasser zwischen Dämmen fliesst enorm schnell und lässt kaum Lebensraum für Fische und andere Lebewesen zu.

Link zum Thema: www.befreitewasser.ch

Mit freundlicher Genehmigung der Coopzeitung